Angerichtet

Letztes Training ist immer Dienstags vor dem X. Also das letzte, was man noch im erweiterten Sinn als Training bezeichnen kann. 6 Kilometer im Marathon-Renntempo. Das kommt einem jetzt nicht extrem hart vor, soll es auch nicht. Auch wenn hier wie immer die Frage schmerzhaft mitläuft: „Wie um Himmels Willen, soll ich dieses Tempo mehr als siebenmal am Stück durchhalten?“ Aber das kennen wir ja schon. Immer wieder. Die Frage nervt mich schon, bevor ich sie denke.

Heute habe ich auch die Strecke mehrfach gekreuzt. Der Herbst hat sein blaues Band auf die Straße gemalt. 3 Streifen aus Herzogenaurach für die Läufer dieser Welt erstrahlen auf den auf Kriegsgröße aufgeblähten Verkehrswegen der Hauptstadt. Wem da nicht mulmig wird, läuft nicht Marathon. Die Route de la torture ist angerichtet. Für Autofahrer sind die Streifen Synonym für Verkehrschaos. Die lockere Laufrunde blockiert die gesamte Innenstadt durch alle Bezirke, außer Spandau vielleicht. Ein Tor, wer sich ernsthaft darüber aufregt. Wer an dem Tag Auto fahren will, muss sehr gut planen.

Unser Lauftrio, also das Trio derer, die die Geister riefen, wackelt leider. Ein verletzungsbedingter Ausfall scheint möglich, aber vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist. Das ist der größte Schaden, der einem seit einem halben Jahr trainierenden Athleten zugefügt werden kann. „Macht doch nichts, läufste halt nächstes Jahr… “ Pustekuchen. Das können nur echte Läufer verstehen, die aber richtig. Es ist tatsächlich dramatisch. Es versaut einem die Laune über Tage, man zweifelt, ob man überhaupt jemals wieder laufen will. Enttäuschung pur. Frust. Depression.

Wir drücken alle Daumen und schauen schonmal mit einem halben Auge auf noch anstehende Marathon-Termine im Herbst.

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