Early Bird

Wenn man früh durch Deutschland fliegen will, um ein programmintensives Familienfest miterleben zu dürfen, muss man als Läufer früh aufstehen. Also sehr früh. So früh, dass auch nach dem Training keine Dämmerung zu erkennen ist. Die Partygesellschaft denkt entweder, man sei völlig wahnsinnig (womit sie gegebenenfalls  gar nicht so daneben liegt) oder jubelt einem  zu und fragt: „How much did you do?“ Sitzen die doch tatsächlich 55 Minuten an der gleichen Stelle mitten auf dem Gehweg zwischen halb vier und halb fünf. Großstadt, ick liebe dir.

55 Minuten lockerer Dauerlauf mit fünf Steigerungen anschließend. Von drei Uhr dreißig bis vier Uhr dreißig. Morgens. Das ist auch mal ganz nett. Die Standardrunde im Dunklen. Wobei – dunkel ist anders. Selbst der tödlich gefährliche Tiergarten hat nachts recht ordentliche Lichtverschmutzung. So erschrecke ich mich auch nur selten. Nur wenn es mal wirklich dunkel ist und eines der 26.385 Karnickel im Unterholz raschelt. Ich kenne die Strecke im Schlaf und das kommt mir jetzt zugute. Eigentlich könnte ich auch schlafen während des Laufens. Schlafen mit einem Durchschnittspuls von 144. Das wäre mal was. Dann müsste man für das Training gar nicht so früh erwachen.

Jetzt sitze ich im Early Bird nach Süden und freue mich auf die Familie und den Testwettkampf im Ländle am Sonntag. Da kann ich ausschlafen. Bis sechs.

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