Er läuft

Seit drei Jahren baue ich nun an der Form. Ich entschloss ich mich, mal eine Frischzellenkur zu testen. Geboren vor etlichen Jahren, sich seither immer fortbewegend auch in unwegsamem Gelände und nie wirklich gepflegt, ist es an der Zeit gewesen. Natürlich, wir sind ja auch zum Laufen da. Und zum Arbeiten. Und zum Sich-Fortbewegen. Seit Jahrzehnten. Raus und los. Immer. Deswegen habe ich das Uhrwerk mal auseinandergenommen, die Einzelteile geprüft und repariert und setze sie nun langsam wieder zusammen. Das ist trotz des Alters ein ganz schön aufwändiges Unterfangen. Oder wegen des Alters?

Ja, so ab 45 geht es bergab mit der Leistung, es sei denn, man kann noch mehr trainieren, noch mehr Einzelsysteme tunen, noch mehr optimieren. Die Reize münden jedoch im Alter öfter in Muskelkater als in Leistungssteigerung und dann schreibt „Die Zeit“ auch noch, dass mindestens 50% des sportlichen Erfolgs genetisch vorbestimmt sind. Die anderen 50% werden von der 10.000 Stunden-Regel ausgemacht. 10 Jahre am Stück mindestens 19 Stunden Training in der Woche sind nötig, um an die Spitze zu kommen. Also gut. Ich gehe 10 Jahre nach Kenia trainieren. Dann wird das schon. Aber eben nur 50%. Der Rest muss mit Gendoping gemacht werden. Da ist man schon recht weit. Wenn ich dann aus Kenia zurückkomme, kriege ich ein paar Spritzen und laufe 1:49 auf den Marathon. Mit knapp 60. Schöne neue Welt.

Ob der alte Mann vom Anfang der Geschichte auch Gene hat, wage ich zu bezweifeln. Bei Maschinen kann man das Altern jedoch aufhalten, indem man beliebig Systeme austauscht, erneuert oder repariert. Da kann man auch mit der 1.000 Stunden-Regel viel bewirken. Da gibt es keine Dopingtests. Geboren 1965, im Jahr 2016 wieder fast wie neu. Seit drei Jahren werden die Gene gedopt. Jetzt läuft er. Wie am ersten Tag. Der Land Rover.

 

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