Nur noch einmal: Warum-tu-ich-mir-das-an.

15 mal 400 Meter in 82 Sekunden vergangenen Dienstag. Ach Gottchen. War das schnell rum. Um dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen habe ich sogar das letzte in 77 Sekunden gemacht. Zack durch und fertig. Auslaufen. Aaaah.

Meine Wärterin war nicht da, aber die beiden Vertreter, von denen der eine so tut, als sei er der Bürgermeister der gesamten Sport-Kleinstadt, waren auch sehr hilfsbereit. Allerdings sind es Männer. Mit Bauch. Und die lassen sich gern davon überzeugen, dass sie mir nicht aufzuschließen brauchen. „Ich kann klettern, kein Problem.“ „Also jut“, brummen sie. Meine Wärterin quittierte das gleiche Angebot von mir mit einem gellenden Aufschrei: „Dit is ja noch jefäalicha, ne ne. Ick schließ uff.“ Das nenne ich mal Umsorgung der Sportler. Weibliche Empathie. Sie weiß, dass diese Warum-tu-ich-mir-das-an-Dienstage schon gefährlich genug sind. Da soll ich nicht auch noch mein Leben riskieren, indem ich über das massive Metallgitter steigen muss. Nachher falle ich noch beim Hinabspringen in des Teufels Dreizack.

Ich frage mich, warum sie nicht mehr da ist, meine Wärterin. Entlassen wegen zu viel Fürsorge? Zu freundlich? Zu aktiv? Oder war sie vielleicht nur Ferienvertretung für die Herren, die im Wohnwagen an der Adria ihren Urlaub genossen? Kommenden Mittwoch werde ich ein letztes Mal vor dem Marathon dort sein. Vielleicht sehe ich sie dann und kann mich mal bedanken. Falls nicht, werde ich ihr meinen Dank ausrichten lassen. Von den Männern. Mit Bauch. Oder notfalls vom Teufel.

Apropos Bauch. Ich habe, glaube ich, keinen mehr. Das ist wohl auch so ein Kriterium für zügige Läufer. Man sieht das auch, wenn sie nicht laufen. Mit Bauch und sei es auch nur ein Bäuchlein, schafft man keine 3 Stunden auf 42 Kilometer. Das ist mal so eine These, die ich in den Raum stelle. Ab 2:59 Stunden auf die Marathondistanz sieht man keine Bäuchlein  mehr. Das hat meines Erachtens damit zu tun, dass man so viel trainieren muss, dass die Bäuchlein keine Chance haben. Und das will was heißen. Denn Bäuchlein sind stark. Sie übernehmen die Herrschaft in einem Wimpernschlag. Gläschen Rotwein zu herrlicher Pasta gegen 21 Uhr und zack, die Herrschaft der Bäuchlein kehrt zurück. Macht ja nix. Nur 3 Stunden schafft man dann halt nicht mehr. Muss man auch nicht. Erst im Herbst wieder.

Mahlzeit.

Schreib einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: