Sehr belastet

Heute habe ich es endlich geschafft. Ich habe mich schon gefragt, wozu es diesen Anzeigebereich überhaupt gibt. Unterfordert, ausgeglichen, belastet und sehr belastet. Diese Zustandsbeschreibungen des Trainierenden hat sich der Hersteller der Pulsuhr ausgedacht. Schubladen, in die man sich legt, wenn man trainiert. Ich dachte bisher, dass die Schublade „sehr belastet“ nur für Idioten ist, die übertrainieren. Doch seit heute darf ich mich zum Kreis dieser Schubladenlieger zählen.

Sehr belastet! Mir wird auch noch angezeigt, wann ich die Schwelle zu „belastet“ erreiche und auch die zu „ausgeglichen“. Die Schwelle zu „belastet“ habe ich schon eine Stunde nach dem heutigen Training wieder unterschritten, die Grenze zu „ausgeglichen“ erreiche ich laut Prognose in der Nacht zum Sonntag gegen zwei Uhr dreißig. Wenn kein Training mehr dazwischen kommt. Kommt aber. Ich werde mich wohl am Sonntag im tief belasteten Bereich auf den LSD-Lauf machen. LSD heißt leider nicht „Lucy in the Sky with Diamonds“, sondern Long, Slow, Distance. Also langer, aber langsamer Lauf. Wie jeden Sonntag. Davor sollte man einigermaßen erholt sein. Werde ich aber nicht sein.

Ich glaube, das nennt man Belastungsphase. Ausbelastung. Oder einfach hartes Training mit vielen Kilometern. Vielen und schnellen und bösen Kilometern. Montag bis Freitag  80 km. 124 Kilometer werden es wohl am Sonntag sein. Aber es geht ja nicht um die Menge der Kilometer. Es geht um Quality-Training. Also abwechselnd schnell und langsam, Be- und Entlastung. Warum-tu-ich-mir-das-an-Dienstag mit 4 x 2.000 Metern in je sieben Minuten (7:15 das letzte, was angeblich sehr schlecht ist, weil die letzten Intervalle eher schneller als langsamer sein sollten. Ich schiebe das auf gescheitertes Mentaltraining. Die Beine hätten gekonnt, aber ich war schwach, so schwach. Das Fleisch war willig, der Kopf nicht.) Die beiden Fülltage mit je 19 und 17 km in „lockerem“ Tempo, also so knapp 4:30 min/km. Die so genannten Junk-Kilometer vor dem Herr-lass-Abend werden-Freitag, der mit zweimal sieben Kilometern im Wettkampftempo, also 3:55 Minuten pro Kilometer das Wochenende begrüßt. Der Zyklus der Belastung ist im Moment ganz schön lang. Die letzte Trainingseinheit in langsamem Tempo war der Sonntag. Und selbst der läutete diese vorwiegend schnelle Woche mit einer Endbeschleunigung ein. Km 28-30 mussten plötzlich im Wettkampftempo gelaufen werden. Ja, ich habe es verstanden. Der Marathon kommt und dafür muss man bereit sein. Dafür muss man sich quälen. Die große Quälzeit ist jetzt. Noch ganze drei Wochen.

Man muss sich belasten. Auch mal eine ganze Woche lang. Und dann noch eine. Und noch eine. Regeneration kommt auch wieder. Beim Tapering. Aber jetzt habe ich das Gefühl, immer einzuatmen und wenig, also kaum wahrnehmbar ausatmen zu können. Sehr belastend.

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