Zur Strafe

Tägliches Training bedeutet, dass jeden Tag trainiert wird. Jeden Tag. Also auch samstags, mittwochs, dienstags, sonntags, freitags, montags und donnerstags. Es könnte auch sein, dass jeder Tag zwei Trainingseinheiten bereithielte. Aber das ist der Profibereich. Oder der, der Sportsüchtigen. Damit habe ich nichts zu tun. Weder mit den Profis, noch mit den Süchtigen. Gar nichts.

Das tägliche Training bedeutet auch, dass man keinen trainingsfreien Tag hat. Gar keinen. Also auch nicht samstags. Wenn man samstags dann doch plötzlich freimacht, muss der Sonntag als Ausgleich her. Also entweder zwei Einheiten oder eine lange. Klar. Sonst hat man ja geschummelt. Und das geht nicht. Strafe muss sein. Ein freier Samstag fällt nicht vom Himmel. Er muss bezahlt werden. Mit dem Sonntag.

29 Kilometer lang hatte ich also Zeit, um über meine Sünde nachzudenken. Langsam. Lauf und denk langsam. Wir erinnern uns an LSD. Das ist eigentlich für das Halbmarathontraining etwas viel, aber wir erinnern uns auch an große Pläne.  Und außerdem muss gebüßt werden. Es muss gebüßt werden. Das ist eine passive Formulierung, die sehr gut zu der Strafe von oben passt. Ich werde bestraft. Ich werde gelaufen. So lange, bis ich nie nie nie wieder einen Tag auslasse. Wo kämen wir denn da hin? Sicherlich nicht in den Läuferhimmel. Auch nicht mit LSD.

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